Ein Wort zur Aufzucht - oder zwei ...

Hunde sozialisieren sich nicht nur in Richtung des Artgenossen Hund, sondern auch Richtung Mensch. Ihre enge Bindung mit Menschen ist entweder Ursache oder Auslöser ihrer Domestikation. Oder bedingt sich gegenseitig. Manche Forscher sprechen von Koevolution oder Symbiose. Wie auch immer man dazu steht, seit über 10.000 Jahren bilden wir soziale Verbände (KEINE Rudel!) in denen wir uns sorgen, beschützen, ergänzen, verstehen.

Meine Auffassung von Aufzucht ist, wenn ich schon jeden Tag mit meinem Hund als kooperatives Team arbeite, in der Familie lebe und ihre Fortpflanzung plane, hört meine Teamwork nicht am Tage der Geburt auf. Die Rollenverteilung ist hier sicher die, dass Mona als Mutter durchaus tonangebend ist. Ich verstehe mich wie immer als letzte Entscheidungsinstanz, wenn es denn etwas zu entscheiden gibt. Im Weiteren bin ich ihre Nanny. Ich gehe ihr zur Hand, ich helfe, ich unterstütze. Ich bin mir dafür nicht zu schade, es ist mir eine Freude. Und ja, Mona „erwartet“ das von mir. Zu recht, wie ich meine. In einem Rudel wie in der Familie, ja in jedem hochsozialen Verbund, ist es an den Schwestern, Cousinen und Tanten zu unterstützen.

 

Man mag es meinethalben belächeln, mein Verständnis ist jenes, dass ich in dieser intensiven Phase ihres Lebens an die Seite meines Hundes gehöre. Meine Schlafgelegenheit gehört in die unmittelbare Nähe des Kennels, meine sonstige Arbeit liegt auf Eis, mein Kind wird mit einbezogen und lernt auch hier wieder Verantwortung in jeglicher Hinsicht. Drei Mädels, ein Verbund, jede an ihrer Stelle.

 

Die rein quantitative Zeit, die ich als Mensch mit den Welpen verbringe, ist wichtig. Menschlicher Geruch, Berührung, Sorge als Co-Sozialpartner sind meines Denkens schon jetzt grundlegend. Qualitativ möchte ich wie immer mein Bestes geben und das Beste erreichen. Nicht nur wollen - machen, studieren, lernen, vergleichen. Maßstäbe sind da, um gesetzt zu werden. Nicht weniger.

 

Momentan sind unsere Fab Five am Ende ihrer neonatalen Phase. Sie trinken und schlafen die meiste Zeit und nehmen ihre Umwelt auf Grund geschlossener Augen und Ohren hauptsächlich über Taktion und Geruch wahr.

Früher war man der Auffassung, man solle die Kleinen in der Neugeborenenphase möglichst in Ruhe in der Welpenbox belassen. Und tatsächlich sind Ruhe, Schlaf und eine angenehme Atmosphäre Garanten für sicheres Reifen jedes Neugeborenen.

 

Um das Nervensystem optimal zu stimulieren und langfristig positiv zu beeinflussen (bedeutet weder Aufwachsen in reizarmer Umgebung noch Überlastung durch zu viel Stress), wurde das Bio-Sensor Programm von Battaglia und Hope entwickelt, welches ich auch bei unseren Fünfen praktiziere.

Zu Grunde liegt das Ergebnis einer Studie die besagt, dass 65 % der späteren Leistungsfähigkeit eines Hundes durch Training, Ernährung und Management erzielt wird und nur 35 % genetisch bedingt sind.

So werden Welpen in unmittelbarer Nähe zu Mutter und Geschwistern bewusst sehr mildem und sehr wohl dosiertem taktilen Stress ausgesetzt, um dem Nervensystem beizubringen wie man auf kontrollierten Stress reagiert. Hier der gezielte Verweis auf Eustress, der Denken positiv beeinträchtigt, im Gegenteil zu chronischem Stress, der nicht nur psychisch sondern auch physisch krank macht.

Ergebnisse sind eine verbesserte Herzfrequenz, stärkere Herzschläge, stärkere Nebennieren, erhöhte Stresstoleranz und bessere Widerstandskraft gegenüber Krankheiten. Insgesamt also auch eine Stimulation des Immunsystems. Zudem wird auf eine Verbesserung der sozialen Fähigkeiten hingewiesen.

Welpen, die ohne schädliche Überstimulation diesem Programm beigewohnt haben, waren allgemein erkundungsfreudiger und aktiver gegenüber Umweltreizen.

 

Angelehnt ist all dies auch an die teils recht raue Umgangsform der Mutterhündin mit ihren Nachkommen.

Ich habe dabei die Beobachtung gemacht, dass gerade nach unsanftem Herumschubsen beispielsweise durch Verdauungspflege der Mutterhündin, das Kleine direkt an die Zitze gelassen wird und so der Stressfaktor durch das Saugen ausgeglichen wird. Auf jede negative Erfahrung folgt eine positive, Sicherheit ist das Gefühl das im Kennel vorherrscht. Geborgenheit nennen wir Menschen es.

Dazu kommen sanfte Abweichungen der Umgebungstemperatur. Auch hier milde, den körperlichen Voraussetzungen eines so kleinen, fragilen Körpers angepasst, aber spürbar. Es ist nicht immer einfach so viel Fingerspitzengefühl walten zu lassen!

Bei geringeren Temperaturen lernen Tierkinder die Nähe eines wärmeren Platzes aufzusuchen. Es wird sich an Mutter oder Geschwister gekuschelt und auf diese Weise erstmals die Erfahrung der Lösung eines Problems gemacht. „Durch Aktivität und zueinander Hinbewegen lässt sich der minimal unangenehme Zustand leicht auflösen und das Erleichterungsgefühl sorgt für assoziative Lernerfahrungen.“ (Frühförderung für Welpen, Franck/Franck, Cadmos, 2014)

 

Wichtig ist, dass dem Züchter die Auswirkungen milden Stresses bewusst sind, er dies absolut genau dosiert dabei unaufhörlich beobachtet und eine frühe Förderung niemals mit Überforderung einher geht. Diesbezüglich ist absolut notwendig das Verhalten der Mutterhündin mit einzubeziehen.

 

Unterschiedlichste Stimuli, teils in überflutender Weise, machen aus unserer hektischen meist städtischen Menschenwelt einen unwirklichen Ort für einen Hund. Hunde haben sich an diesem Punkt der Evolution wieder einmal erstaunlich gut den von uns geschaffenen chaotischen Umweltbedingungen angepasst. Nichtsdestoweniger sehe ich es als meine Pflicht, meine Hunde möglichst gut gegen negative Einflüsse zu wappnen und aus ihnen selbstbewusste und sichere Individuen zu machen.

 

Neben allem „Programm“ ist es Ziel das gleiche oder ein ähnliches Gefühl des Welpen beim Menschen auszulösen, den es bei Mutter oder Geschwistern hat. Schöne Erfahrungen, Wärme, Hautkontakt, streicheln, bürsten mit einer ultrasanften Bürste, ruhige liebevolle Worte, Gesang, Musik, keine Hektik. Oxytocin ist hier „die Schokolade“ für das Hundebaby.

Liebe ist das Synonym.

 

Wir können uns so die erste Eintrittskarte in das Denken des kleinen Wesens verdienen, indem es sich durch unseren Geruch und unsere Berührung die es als angenehm empfindet, uns Menschen gegenüber öffnet. „Hier ist jemand, der mich versteht, der weiß wie es mir geht, der mir hilft.

Menschen sind anders als unsere Hundefamilie, wir können ihnen gleichwohl bedingungslos vertrauen wie unseresgleichen.“

Das möchte ich gerne in Stein meißeln.  

A word about upbringing – or two.


Dogs not only socialize with their own kind but also with humans. Their close bond with humankind is either cause or trigger for domestication. Or it involved both. Some scientists talk about co-evolution or symbiosis. However one might think of it, since more than 10.000 years we are building social compounds (please: NO packs!) in which we care, protect, complete, understand each other.

My opinion about upbringing is, if I work with my dog in a cooperative team, live in a family and plan her breeding, my teamwork doesn´t end with the birth of the pups. The role allocation is surely that the leading part belongs to the biological mother. I always see myself as final instance if there is a final decision needed. Furthermore I am her nanny. I help her and support her the way it is required. I am not above that, it is my pleasure. And yes, Mona somehow „expects“ it of me. And she is right, I think. In a pack, a family, in every highly socialized compound it is up to sisters, cousins and aunts to support mothers.


One may smile or put it negatively, my understanding is to be at the side of my dog in this intensive time of her life. My sleeping place belongs directly next to the whelping-box, my other work is put on ice, my child is embraced in this process and learns as well responsibility in every way. Three girls, one compound, each in her position.


The quantity of time I spend as a human with the pups is highly important. Now my odour, touch, care as co-social-partner are fundamental. Qualitatively I always want to do my best and achieve the best. Not only wishing for, but doing it, study it, learn it, compare it. Standards are there to be set. Nothing less.


At the moment our Fab Five are at the end of their neonatal phase in which they mostly drink and sleep and experience the environment tactilely and olifactorically because of closed eyes and ears.

Previously it was the opinion to leave pups in quiet in the whelping-box in this newborn-phase. And actually quiet, sleep and a comfortable atmosphere are warrantings for the maturing of each new-born.


In order to stimulate the neural-system optimally and influence it positively long-term (meaning neither upbringing in poorly stimulating environment, nor stimulus satiation), the Bio Sensor Program was developed by Battaglia and Hope, which I practise with our Five.

Based is this program on a study which says that 65 % of the later performance of a dog is determined by training, feeding and management and only 35 % are genetically predicted.

So the pups are consciously exposed to very mild and well dosed tactile stress directly next to mother and siblings, in order to train their nervous system how to react to controlled stress. I would like to point out the difference between eustress, which affects thinking positively, in contrary to distress, which not only causes psychological but also physiological diseases.

Results of this program are better heart frequency, stronger heartbeats, stronger adrenal glands, higher stress tolerance and better resistibility against illnesses. Altogether a stimulation of the entire immune system is the outcome. It is also stressed an improvement of social abilities.

Pups that took part in this program without over-flooding of stimuli, were actually more explorative and more active against environmental attractions.


Based is all this on the partly quite rudely appearing manners of the mother with her offspring.

I observed that especially after ruggedly pushing and rolling over of the babies for example whilst cleaning them, the little one was directed to the teat or it was done whilst nursing. So the negative stress factor was followed or accompanied by nursing and therefore evaluated by the outpouring of “lucky hormones”. Every negative experience is followed by a positive one, security is the number one feeling in the whelping-box.


Added are soft deviations of temperature in the environment. As well very mildly, adjusted to this tiny and fragile body, but noticeable. It isn´t always easy to have to have so much sure instinct!

With a lower temperature level animal kids learn to seek the next warm place. It looks for mother or siblings and cuddles and learns this way to solve a problem for the first time. „Through activity and the movement towards each other the minimal unpleasant feeling is easily eliminated and the relieve is evident for the associative learning experience.“ (Frühförderung für Welpen, Franck/Franck, Cadmos, 2014)


It is important that the breeder is absolutely conscious about the effects of mild stress, it is absolutely well dosed and the brood is watched closely. Early promotion is never to be done with excessive demands. Evident and necessary is the consideration of the bitch and how she is involved in the upbringing of her offspring.


Different stimuli, partly in an over-flooding manner, make an unpleasant environment in our mostly urban world for our dogs today. They have been adjusting to that inconveniences astonishingly well one more time in evolution and manage to live in a for dogs chaotic place.

Nonetheless I see it as my duty to make my dogs fit for those experiences and make some self-confident and secure individuals out of them. This process was started by planning the litter, accompanying the pregnancy and now in the upbringing. It partly ends with the finding the right new owners for them. But actually the responsibility never really stops.


Next to all program it is my aim to release a feeling in the small dog that can be compared to the feeling it has when being with the mother or the siblings. Nice experiences, warmth, singing, skin-to-skin contact, cuddling, brushing with a super-soft brush, calm and loving words, music, no hectic movements. Oxytocin is the „chocolate“ for the dog-baby.

Love is the synonym.


This way we can earn the ticket for the thinking-world of this little entity, because it feels comfortable with our smell and our touch and it opens up towards us humans. „There is someone who understands me, that knows how I feel, that helps me when I´m in need. Humans are different to us dogs, but we can unconditionally trust them like our kin.“

I would like to carve that in stone.

 

 

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